Unsere Vision

Apameia: seit 2011 wurde das Stadtgebiet geplündert (Foto: Kruip 2010)

 

 

Die Lage im „Fruchtbaren Halbmond“ ist dramatisch: Unerlaubte Ausgrabungen und der illegale Handel  von Kulturgütern haben sich in den letzten Jahren nahezu verzehnfacht! Besonders tragisch ist, dass dem Boden entrissene Objekte ohne Kontext nur einen kleinen Teil ihrer Geschichte erzählen können. Damit gehen für uns alle wesentliche Teile unserer Vergangenheit und unserer kulturellen Identität unwiederbringlich verloren: In den Krisengebieten weltweit ebenso wie bei uns in Deutschland entlang der alten, römischen Grenze.

 

Wir alle werden unserer eigenen Vergangenheit beraubt: Sowohl wenn die illegale Suche mit Metallsonden Objekte ihrem ursprünglichen Fundkontext entreißt und auf Online-Plattformen für die Glorifizierung der zerstörerischen "Schatzsuche" gesorgt wird; als auch wenn Kulturgütertransfer Teil der weltweit organisierten Kriminalität ist und Menschen aus existenzieller Not bei Raubgrabungen ihr Leben aufs Spiel setzen, wie zurzeit in den Krisenregionen des Vorderen Orients.

 

 

 

 

Zentrales Problem ist, dass der Markt wesentlich von den Gesetzen des Profits bestimmt wird: 

Das Angebot bestimmt die Nachfrage. 

Dem international stark vernetzten Antikenhandel fließen nachweislich insbesondere unrechtmäßig beschaffte Objekte zu, da diese nach entsprechender Auslese meist spektakulären Charakter haben und gute Gewinnspannen versprechen. Hinzu kommt, dass Verurteilungen wie, die des Metallsondengängers Benny C. in der Öffentlichkeit wenig Beachtung finden. Doch gerade diese Straftat zeigte, wie professionell auch deutsche Raubgräber vorgehen und wie gut sie vernetzt sind. Durch die Änderung des Kulturgutschutzgesetzes 2016 ist Bewegung in die deutsche Gesetzgebung gekommen.

 

 

 

 

Unsere Lösungsansätze

Langfristig kann nur ein gesellschaftliches Umdenken zum Schutz solcher Objekte und der Stätten, denen sie entrissen werden, beitragen. Schließlich gilt es noch immer als Kavaliersdelikt, eine antike Büste auf dem Schreibtisch zu platzieren oder aus dem Urlaub ein dubioses, antikes Andenken mitzubringen. Achselzuckendes Wegschauen, Unwissenheit und Duldung sind wesentlicher Teil des Problems.

 Allein die Ächtung des Besitzes von und Handels mit archäologischen Objekten zweifelhafter Herkunft durch die Gesellschaft ist unseres Erachtens  die einzig wirksame und nachhaltige Lösung, um dem illegalen Handel von Antiken hier in diesem Land entgegen zu treten. Vorbild für uns sind hierbei erfolgreiche Kampagnen, die zum Washingtoner Artenschutzabkommen führten oder auch die gesellschaftliche Ächtung von Blutdiamanten.

Wir möchten einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel in Gang setzen: Dieser wird durch unsere Vorträge, Workshops, Schulungen und Aufklärungskampagnen in Anstoß gebracht. Wir wollen damit eine neue gesellschaftliche Sicht, ein verändertes Verständnis, ergo eine neue kulturelle Identität bilden.

 

 

Der 'Marble Court' in Sardeis: ein vorbildliches Beispiel an Rekonstruktion, Restaurierung, Kulturgutschutz und Vermarktung einer archäologischen Stätte (Foto: Kruip 2011)

 

Unsere Ziele

Übergeordnetes Ziel von Heritage Advisors ist die Erzeugung einer stärkeren Sensibilität gegenüber der archäologischen Methodik, der Bewahrung und dem Schutz archäologischen Kulturguts, der Bekämpfung illegaler Ausgrabungen und des daraus resultierenden illegalen Kulturguthandels. Wir möchten mit Heritage Advisors einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Weltkulturerbes leisten, indem wir durch unsere Vermittlungstätigkeit Impulse für einen grundlegenden Bewusstseinswandel geben, um die Notwendigkeit eines nachhaltigen Kulturgutschutzes gesellschaftlich zu verankern.

 

 

 

 

Unsere modularen Konzepte und das schrittweise Vorgehen – von der Ausbildung von Fachkräften über die Ausweitung unserer Aktivitäten auf Schulen und Universitäten bis hin zu Öffentlichkeitskampagnen mit dem Ziel der Aufklärung – ermöglichen dabei eine bessere und tiefere Verankerung in der Gesellschaft, weil die zuvor ausgebildeten Fachkräfte den gesellschaftlichen Prozess später begleiten können.

 

 

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